Good as Gone - Amy Gentry

3/09/2017 Isa Schubert 0 Comments


Ein Mädchen verschwindet.
Eine Fremde kehrt zurück.
Preis: 12,99 € (Broschiert)
Seitenanzahl: 320
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2017
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Originaltitel: Good as Gone

Beschreibung: Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Meine Meinung: Unter dem schön gestalteten Cover verbirgt sich sofort ein absolut fesselnder Einstieg: die Entführungsszene. Somit wird man sofort in die Story hineingeworfen und erlebt den Bericht der kleinen Jane, Julies Schwester, die die Entführung ihrer Schwester verängstigt aus dem Wandschrank beobachtet. Worüber ich sehr erleichtert war, und das merkt man erst zum Ende des Kapitels, ist, dass das Buch aus der Sicht von Anna, der Mutter der Entführten, im Ich-Erzähler geschrieben ist. Meiner Meinung nach kann man so einfach am besten mitfiebern, wenn man sozusagen direkt in der Person steckt. Jedoch muss ich leider sagen, dass Anna mir gar nicht sympathisch war. Sie ist verbittert, kalt und distanziert und leider ändert sich das auch bis zum Ende nicht. Nun könnte man ja sagen: "Das ist doch nur menschlich. Immerhin wurde ihr Kind entführt. Wo soll sie denn sonst hin mit der Trauer?". Ja, natürlich ist das richtig, jedoch wird im Buch, vor allem gegen Ende, angedeutet, dass sie auch schon vor der Entführung so war. Daher wurde ich leider einfach nicht warm mit ihr. 
Aber das Buch wird nicht nur aus ihrer Sicht erzählt. Im spannenden Wechsel verlaufen die Kapitel abwechselnd einmal aus Annas Sicht und zum anderen aus der Sicht der "Fremden", wie der Titel sie so schön betitelt und das fand ich wirklich grandios!
Ich war vollkommen irritiert und fasziniert als dieser Umschwung der Erzählperspektive erfolgte und das meine ich ernst - "Was zur Hölle ist hier los?" war die Frage, die mich so sehr beschäftigte, dass ich das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte. Aber das ist noch längst nicht alles. Die Vergangenheit der jungen Frau, die in diesen Kapiteln reflektiert wird, nehmen an Absurdität immer weiter zu. Von relativ harmlos, aber verwirrend zu absolut und unvorstellbar grotesk. Aber führen genau diese Kapitel Schritt für Schritt zu der wirklich unvorhersehbaren Wende (unvorhersehbar es sei denn du hast irgendwelche göttlichen Eingebungen, kannst hellsehen oder hast allgemein irgendwelche magischen Kräfte - ich hab jedenfalls nichts davon). 
Jedoch war der Schreibstil meiner Meinung nach manchmal etwas verwirrend, was vielleicht daran liegt, dass man in irgendeiner Weise Spannung oder Nervosität erzeugen wollte, indem man das Augenmerk total detailliert auf die Beschreibung der Umgebung legte. Ich fand das leider nicht ganz so gelungen und eher abschweifend und langatmig. 
Trotzdem waren die Hintergründe, Gedankengänge und Gefühle in der Geschichte wirklich genial konstruiert und durchdacht! 

"[...] je strahlender die äußere Fassade glänzte, desto dunkler wurde es in ihrem Inneren, wo sie sich verstecken konnte." (S. 136)

Fazit: Ein nervenaufreibender und genial konstruierter Thriller mit nur kleinen Mängeln.
4 von 5 Sternen

Und  hier ← bekommt ihr es.

Vielen Dank an Randomhouse und den C. Bertelsmann Verlag für dieses nervenaufrreibende Rezensionsexemplar! ♥

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