SELKIE - Antonia Neumayer

4/11/2017 Isa Schubert 0 Comments

 Preis: 12,99 € (Broschiert)
Seitenanzahl: 512
Erscheinungsdatum: 10. April 2017
Verlag: Heyne Verlag

Beschreibung: Als Kate im Hafen ihrer kleinen Heimatinsel im Orkney-Archipel die drei Fremden das erste Mal sieht, weiß sie, dass es Ärger geben wird. Die Männer sind gekommen, um ihren älteren Bruder Gabe mitzunehmen. Doch wohin und warum, das verraten sie nicht. Und das ist völlig inakzeptabel, findet Kate. Heimlich schleicht sie sich auf den Kutter der Fremden, um Gabe zu retten. Doch dann taucht der geheimnisvolle Ian an Bord auf, ein Schuss fällt. Und plötzlich springt Kate an Ians Seite in die eiskalte Nordsee. Mitten hinein in ein Abenteuer, das alles, was sie bisher über ihre Familie und ihre Inselwelt wusste, ins Wanken bringt …

Meine Meinung: Bei diesem Buch bin ich selbst noch sehr unschlüssig und meine Meinung geht eher auseinander. Leider konnte mich das Buch vom Thema her nicht wirklich überzeugen. Warum ich es dann überhaupt ausgesucht habe? Nun ja, zum einen stach mir das Cover regelrecht in die Augen, denn eins kann man wirklich nicht bestreiten - es ist wunderschön! Auch innerhalb des Buches findet man eine Karte, sowie ein Wappen, die die Geschichte nicht nur sehr gut unterstreichen, sondern dem Leser auch einen viel besseren Überblick über die Handlung verschaffen und die Vorstellungskraft total ankurbelt. Zum zweiten wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, weil ich für gewöhnlich total auf Geschichten stehe, die unter der Meeresoberfläche spielen, was hier aber leider nicht wirklich der Fall war. 
Einen Großteil des Buches würde ich eher als "Piratengeschichte" bezeichnen, was mich persönlich eben nicht wirklich anspricht und was sich aus der Beschreibung auf der Rückseite des Buches ja auch nicht wirklich herauslesen ließ. 
Im Großen und Ganzen geht es nämlich um Selkies, Gestaltenwandler (Robbe - Mensch, Mensch - Robbe), und die Saighdears, die jegliche mythische Wesen verabscheuen und ausrotten wollen, unter anderem auch Meerjungfrauen, Feen, Geister und so weiter. Und hier muss ich leider schon meinen ersten Kritikpunkt anlegen. Dafür, dass die Saighdear in so ziemlich jeden Kapitel Meerjungfrauen und andere mythische Wesen erwähnen, wurden diese in der Geschichte einfach viel zu wenig thematisiert. Es wird sich hauptsächlich auf die Selkies konzentriert, und da frage ich mich, warum man dann halt allgemein noch Wesen wie Feen in der Geschichte erwähnt um dann schließlich nicht wirklich auf diese einzugehen. Es mangelt schon allgemein an der Aufklärung des Lesers über diese Wesen. In der Geschichte wird zwar ein paar mal erwähnt, dass Kate, die Protagonisten, über diese Wesen unterrichtet wurde, der Leser bekommt davon aber leider nicht viel mit, und gerade sowas hätte zumindest meine Aufmerksamkeit total erregt. 

Abgesehen davon dauert es auch wirklich lange bis mal etwas Action in die Handlung tritt. Meiner Meinung nach hält die Autorin sich viel zu lange an so kleinen und nichtigen Dingen auf, die nichts zur wirklichen Story beitragen. Dadurch zieht sich das Buch vor allem anfangs wirklich. Dabei ist es dann zusätzlich noch so, dass man sehr schnell mitbekommt, welche Dinge in der Geschichte noch eine Rolle spielen, weil sie auf genau diese extrem eingeht. 
Oft wirken die Szenen auch wirklich ziemlich inszeniert und einfach nicht authentisch. Dabei sind einzelne Handlungsabläufe schon ziemlich vorhersehbar, aber und das fand ich wirklich wirklich gut, das Ende der Geschichte ist wirklich nicht vorhersehbar. Ich hatte absolut keine Ahnung, wie sich dieser Konflikt lösen sollte oder ob überhaupt und das hat der Story ungemein an Spannung verliehen. 
Viele Szenen, in denen dann auch wirklich was passiert ist, haben mich total gefesselt und ich hatte einen halben Herzanfall, was vor allem an dem tollen Schreibstil der Autorin liegt. Denn auch, wenn sie sich oft an kleinen Dingen zu lange aufhält, schreiben kann Antonia Neumayer! Aber hallo! 
Dies zeigte sich schon im Prolog, der mich wirklich unglaublich gepackt hat. Es war bewegend und schockierend, sogar etwas Angst einflößend. Ich hätte mir wirklich keinen besseren Einstieg vorstellen können. Antonia Neumayer weiß einfach genau, wie sie ihre Worte am besten wählt, um ihre Leser voll und ganz zu fesseln.

Auch die Charaktere sind wirklich liebevoll gestaltet, auch wenn sie meiner Meinung nach manchmal etwas "flach" und einseitig waren. Trotzdem wurden sie mir schnell sympathisch, auch wenn ich noch eine gewisse Distanz zu ihnen verspürten. Mir ist also keiner wirklich ans Herz gewachsen oder das Gegenteil. 
Aber hier fand ich es wirklich toll, dass ein kein typisches Aufteilen der Seiten in "Held" und "Bösewicht" gibt. Dabei ist es wirklich realistisch gehalten, denn, hey, alles hat zwei Seiten, und das wurde hier wirklich super dargestellt! 

Fazit: Ein guter Debütroman, der einem ein totales Peter Pan-Feeling gibt. Die Autorin beweist wirklich ihr Können, wobei die Handlung aber leider nicht ganz mein Geschmack war. 

3,5 von 5 Sternen

Und  hier ← bekommt ihr es.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 

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