Die Brut: Sie sind da - Ezekiel Boone

6/11/2017 Isa Schubert 0 Comments

  Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 400
Reihe: Die Brut 1
Erscheinungsdatum: 24. Mai 2017
Verlag: Fischer Taschenbuch
Originaltitel: The Hatching

Beschreibung: Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell.
Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören.
In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben.
In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich.
In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht.
Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien.
Meine Meinung: Puuh ... Zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben ist für mich eine ziemliche Herausforderung. Versteht das jetzt nicht falsch, es ist ein wirklich gutes Buch, aber irgendwie - und keine Ahnung warum - weiß ich gar nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Ein gutes Zeichen ist das, glaube ich, nicht. Aber los geht's! 

Werfen wir zuerst mal einen Blick auf das Cover (haaach, ich liebe Thriller-Cover!). Die Aufmachung dieses Buches ist genial! Ich habe, glaube ich, noch nie so ein tolles und passendes Cover zu einem Thriller gesehen. Zumindest in meinem Bücherregal ist es ein totaler Hingucker! 
Der Einsatz der Farben ist so kontrastreich und zieht damit echt alle Blicke auf sich. Das kann niemand abstreiten. Zum anderen wird aber auch gleich auf das Thema eingegangen, indem sich um die Schriften herum ganz viele zarte Spinnenweben ziehen. Und da das ja noch nicht ausreicht, hat die Schrift zusätzlich noch einen leichten 3D-Effekt, sodass man echt denken könnte, dass diese kokonartig aufgebaut ist (Gott sei Dank schlüpfen aus dieser aber keine achtbeinigen Krabbelviecher, da kann ich euch schon mal beruhigen!). Und weil das jetzt immer noch nicht genug an Perfektion ist, wurde auch noch der Buchschnitt passend zur Schrift in ein grelles Rot gefärbt. Toll toll toll!! ☺

Auch das, was sich unter diesem schönen Einband verbirgt, ist super. Die Geschichte handelt, wie man jetzt wahrscheinlich unschwer erkennen kann, von Spinnen. Dabei kommen echte Weltuntergangsängste auf. Um nicht zu viel vorwegzunehmen würde ich euch einfach mal einen vagen Umriss geben, indem ich sage, dass ihr euch auf einen Mix aus "2012" (diesem Film, in dem die Welt untergeht - für alle, die ihn nicht kennen) und einer etwas schrecklicheren und tödlicheren Heuschreckenplage aus der Bibel (mannoman habe ich jetzt lange gegoogelt, um rauszubekommen, was das nochmal war) verlassen könnt! 

Jetzt komme ich mal ins Schwärmen - dieser Schreibstil!!! Der hat mir so unglaublich gut gefallen, Leute. Er war einfach so gelungen. Es war total spannend und bildhaft nachvollziehbar. Zum anderen war es auch total lustig und hat mich so oft zum Schmunzeln gebracht. Also echt, dieser Typ kann Schreiben. Aber hallo! Für diesen tollen Schreibstil gibt es echt zehntausend Pluspunkte. ☺

Die Erzählweise dieser Katastrophe hat mir dabei anfangs sehr gut gefallen, gegen Ende eher nicht mehr ganz so. Diese Geschichte wird nämlich aus immer mehr und mehr Perspektiven zusammengetragen - der Opi, der seinen Hund ausführt; eine Wissenschaftlerin, genannt Melanie, die auf Spinnen spezialisiert ist; das Weiße Haus; Agent Mike Rich (*sabber sabber*) ... uuund noch viele, viele, viele andere. "Unwichtige" Charaktere, die nur ein Kapitel einnehmen, bekommen dabei gar nicht erst Namen, was in der Hinsicht echt gelungen ist, da so komplett umgangen wird, dass man irgendwie durcheinander kommt. Was aber dafür total kontraproduktiv ist, ist, dass so viele  "wichtige", also mehrmals auftretende, Charaktere vorgestellt werden, und dabei so viel irrelevantes Gelaber (tut mir leid, aber es ist wirklich so) über diese aufgereiht wird. Zum Beispiel, dass sie in den Sechzigern irgendwelche amerikanischen Teams gefeiert haben, jetzt aber nicht mehr, bla bla bla... Ganz ehrlich, wen juckt das? Natürlich ist es wichtig einen groben Umriss von den Personen zu bekommen, zum Beispiel, dass sie eine Tochter haben oder geschieden sind oder was ihr Beruf ist, und so weiter. Aber teilweise wurde da so sinnloses Zeug über die Charaktere erzählt, dass mein Kopf die Zeilen schon automatisch überflogen oder gar nicht mehr aufgenommen hat, weil es einfach so nichtssagend war. Das trägt auch einfach überhaupt nicht dazu bei, dass man die Personen besser kennenlernt oder anfängt zu mögen. Es ist einfach nur total überflüssig. 

Die Personen, die man jedenfalls näher kennengelernt hat - das waren zum Beispiel Agent Mike Rich, die Wissenschaftlerin Melanie, oder auch die Präsidentin Steph mit "ihrem Gefolge" -, gewinnt man total lieb. Auf diese Kapitel habe ich mich immer gefreut, weil zum Beispiel Melanies Kapitel immer am spannendsten waren, da sie ja diese neue Spinnenart erforscht. Mikes Kapitel waren einfach die lockersten und auch irgendwie humorvollsten, weil er eine richtig coole Art hat, die die Story einfach immer und immer wieder so aufgemischt hat. Zu beobachten, was im Weißen Haus abgeht, war dafür am interessantesten. Ich persönlich bin ja auch ein totaler "House of Cards"-Fan. Mich interessiert es einfach total wie Regierungen, vor allem die amerikanische, mit Katastrophen und Intrigen umgehen. 

Den ganzen Verlauf der Geschichte fand ich auch sehr nachvollziehbar und realistisch gestaltet. Leider hat mich das Ende aber nicht so richtig geschockt, geflasht oder auch nur ansatzweise bewegt. Da hätte ich mir vielleicht einen etwas größeren Höhepunkt gewünscht, oder einen schönen Cliffhanger für den nächsten Teil. Schade, schade. 
Im Nachhinein verstehe ich auch ehrlich gesagt nicht ganz, warum das Buch ein Thriller sein soll. Nur weil viele Menschen sterben? So richtig gruselig war es jedenfalls nicht und gerade sowas sollte bei einem Thriller doch schon sein, oder?

Ob ich den zweiten Teil kaufen will, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht so wirklich. Zwar möchte ich schon gern wissen, wie es weitergeht - wie und ob sich überhaupt die Katastrophe eindämmen lässt, und auch, weil sich da so etwas kleines zwischen meinen Lieblingscharakteren angebändelt hat -, aber ich habe echt ein bisschen Angst, dass wieder fünfzig Prozent des Buches aus sinnlosem Geblubber besteht. 

Fazit: Eine spannende Geschichte, die garantiert nichts für Leser mit Arachnophobie sein wird, aber dafür für alle, die einen tollen Schreibstil schätzen!



4 von 5 Sternen

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Vielen Dank an den Fischer Taschenbuch Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 

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