Glücksspuren im Sand - Rachel Bateman

7/23/2017 Isa Schubert 0 Comments


  Preis: 12,99 € (Broschiert)
Seitenanzahl: 336
Erscheinungsdatum: 26. Juni 2017
Verlag: Heyne 
Originaltitel: Someone Else's Summer

Beschreibung: 
Die unkonventionelle Storm war schon immer das Vorbild ihrer jüngeren Schwester Anna. Als sie bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt, ist Anna am Boden zerstört. Doch dann findet sie eine Liste ihrer Schwester – eine Liste all der Dinge, die man in einem perfekten Sommer unbedingt tun muss. Dinge wie „Im Regen küssen“, „Ins Dive-In-Kino gehen“ (was auch immer das sein mag!) oder auch einfach: „Mutig leben“. Im Andenken an ihre Schwester und um ihre eigene Traurigkeit zu überwinden, macht Anna sich daran, die Aufgaben der Liste zu erfüllen. Ihr stets zur Seite: der Nachbarsjunge Cameron, der irgendwie immer schon da war. Der Storms engster Freund war. Und der vielleicht der Schlüssel zu einem neuen Glück sein könnte. Wenn es da nicht ein schlimmes Geheimnis gäbe.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch stehe ich echt zwischen Extremen. Auf der einen Seite haben wir die unglaublich schöne Grundidee, die Tiefgründigkeit, aber auch das wunderhübsche Cover. Auf der anderen Seite jedoch flache, nicht wirklich sympathische Charaktere und eine noch flachere, aufgesetzte Liebesgeschichte. 

Aber wir wollen ja nicht mit der Tür ins Haus fallen. Und da es ja bekanntlich "Das Gute zuerst" heißt, kommt hier erstmal mein großes, großes Lob an den Verlag für dieses wundervolle Cover. Wenn ich es anschaue, bekomme ich regelrecht Gänsehaut, weil es wirklich so schön und passend ist. Angenehme Farben, eine tolle Schrift und ein herrlicher Ausblick. Außerdem vermute ich sogar, dass wir hier nicht mal unsere blonde Protagonistin Anna sehen, sondern ihre verstorbene, dunkelhaarige Schwester Storm in ihrer Wunschvorstellung von ihrem perfekten Sommer, den sie leider nicht mehr erlebte. 

Zum Zweiten muss ich auch die Grundidee der Geschichte loben! Durch die Erfüllung der Liste versprach es wirklich total facettenreich und außergewöhnlich zu werden, und ich muss auch sagen, dass mir diese Punkte ziemlich gut gefallen haben. Dinge wie "Sich tätowieren lassen", "Nacktbaden" oder "Parasailing" wurden so gut ausgefüllt und man fühlte sich wirklich wie hautnah dabei! 
Natürlich ist auch allgemein die Grundmessage im Sinne von "Carpe diem", die das Buch vermittelt, etwas ganz Wichtiges und ganz Besonderes! ☺ Es hat mich auch selbst so sehr motiviert, mich an neue Dinge heranzutrauen und einfach mal bisschen aus meiner Komfortzone zu kommen. Ich habe einfach Lust auf Abenteuer bekommen, und das ist eine wirkliche Leistung von dem Buch. ☺

Gerade der besondere Schreibstil unterstützte diese Höhepunkte, weil er einfach so bedacht und - ich weiß, das ist jetzt vielleicht ein komisches Wort, aber es passt! - rein ist. 

- AB DIESER STELLE KÖNNTEN KLEINE SPOILER AUFTRETEN! WENN IHR DAS BUCH ALSO NOCH LESEN WOLLT, SCROLLT NUR ZUM FAZIT! -

Leider, leider haben mir aber einige Dinge einen regelrechten Strich durch die Rechnung gemacht. Das wären unter anderem die Hauptcharaktere Anna und Cameron, die ich gar nicht ins Herz schließen konnte. Ich fand beide so kalt und distanziert. Auch wenn sie Gefühlsausbrüche hatten, ich nahm es ihnen irgendwie einfach nicht ab - Cameron noch weniger als Anna, weil er zusätzlich noch total verklemmt und irgendwie einfach komisch war, indem er Anna in machen Situationen einfach grundlos nicht wirklich geantwortet hat. Zum anderen drängt er sie, sich ihrer Höhenangst zu stellen, aber geht zum anderen einfach gar nicht auf sie ein - ja, lässt sie sogar abblitzen - wenn sie ihn auch ein bisschen aus seiner Wohlfühlzone bringen möchte. 
Und obwohl mir Anna da schon etwas besser gefallen hat, weil sie wenigstens in ihrer Trauer total authentisch wirkte, ist von Mögen noch gar keine Rede. 
Sie verbringt so viel Zeit mit einer Clique, die sie eigentlich gar nicht leiden kann, lebt einen Lifestyle, in dem sie eigentlich überhaupt nicht aufgeht, und obwohl es mit einem Punkt der Liste angedeutet wird, kommt es da auch zu keinem wirklichen Bruch, was ich ziemlich enttäuschend fand. Aber wenigstens hat man ihr nicht angemerkt, dass sie noch minderjährig ist, und sie hat sich ziemlich reif verhalten. Wenigstens was! :p 
Unter anderem wirken einfach beide Charaktere irgendwie so steif und festgefahren, was ja gar nicht in die Geschichte hereinpasst. 

Das Schlimmste war für mich aber wirklich die Liebesgeschichte zwischen den beiden. Man hat wirklich keine Gefühlsregung in einem der beiden gespürt, auch wenn Anna ihn hin und wieder ein bisschen angestarrt hat und ihn gutaussehend fand. Ich hab's ihr einfach nicht abgenommen, wenn sie sagte, dass ihre Haut kribbelt, wenn er sie berührt. Es wirkte für mich einfach stetig total kalt und distanziert, oder eben wie einfache, normale Freunde, die sich seit Längerem nicht mehr gesprochen haben. Und plötzlich wildes Knutschen und Fummeln - whaaat? 
Diese "Liebe" kam vor allem anfangs einfach nicht so intensiv und stürmisch und mitreißend rüber, wie die Autorin es sich erhofft hat. Aber natürlich ist es auch möglich, dass vieles einfach durch die Übersetzung verloren gegangen ist. Auf jeden Fall sehr schade. 

Fazit:
Ein Buch der Gegensätze - eine tolle Message, eine ganz besondere Grundidee, tolle Orte, tolle Erlebnisse und ein genialer Schreibstil prallt auf eine schlechte, eher distanziert wirkende "Liebe" zwischen unsympathischen, festgefahrenen Charakteren. 



3,5 von 5 Sternen

Und  hier ← bekommt ihr es.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 

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