Hörbuch zu: Aquila - Ursula Poznanski

10/26/2017 thatweirdbookgirl 0 Comments


  Preis: 11,95 €
Erscheinungsdatum: 14. August 2017
Verlag: Der Höverlag
Medium: MP3 CD
Sprecher: Laure Maire

Beschreibung: 
Wenn die eigene Erinnerung trügt
Als Nika an einem Sonntagmorgen ziemlich verkatert in den Badezimmerspiegel schaut, steht dort diese Nachricht. Wer hat sie an den Spiegel geschmiert? Und was hat sie zu bedeuten? Wo sind Nikas Hausschlüssel und ihr Handy? Wo ist Jenny, ihre Mitbewohnerin? Und warum ist ihr heute überhaupt so schlecht, sie hat doch gestern gar nicht viel getrunken? Erst durch die Morgennachrichten im Fernsehen erfährt Nika, dass heute gar nicht Sonntag ist, sondern Dienstag. Ihr fehlt die Erinnerung an zwei ganze Tage, in denen irgendetwas Schreckliches passiert sein muss. Aber was?


Meine Meinung:
Normalerweise höre ich Hörbücher ja gern nebenbei. Das war bei diesem Hörbuch hier aber einfach unmöglich, weil es einen vom ersten Satz an komplett, mit Haut und Haaren, in die Story gesogen und einen nicht mehr losgelassen hat. Ungelogen - die erste Passage und sofort stellten sich all meine Nackenhaare auf und das kleine Nebenbei hatte sich gegessen.
Die Story ist richtig gut aufgebaut, gerade weil man direkt in diese hineingeworfen hat - ebenso wie Nika, die genauso wie man selbst, absolut keine Ahnung hat, was gerade mit ihr und um sie herum passiert. Aber vor allem warum.

Wie man schon hört, war die Spannung vor allem anfangs enorm. Leider kann ich aber nicht direkt sagen, dass sich diese durchs ganze Buch zog, da sie meiner Meinung nach in der Mitte etwas abnahm und man so schnell an Aufmerksamkeit verloren hat - der große Nachteil von Hörbüchern. Im Gegensatz zum wirklichen Lesen kann man sich an zähen Stellen leider viel zu schnell ablenken und komplett den Faden verlieren. Das war bei mir leider hin und wieder der Fall, weshalb ich manche Kapitel zwei oder dreimal hören musste, bis ich wirklich verstanden habe, wieso die Story sich nun in die ein oder andere Richtung entwickelt hat.

Trotzdem ist die Geschichte eine tolle Reise und reißt einen regelrecht mit. Cliffhanger jagt Cliffhanger und ich fand es auch total spannend, Nika bei der Aufklärung ihrer Liste voller Rätsel und natürlich der unklaren vergessenen Stunden zu begleiten. Dabei erinnere ich mich vor allem an meine Busfahrt zur Arbeit - der Bus stand im Stau und ich hab per Kopfhörer einer absolut spannenden Stelle gelauscht ... Und ich habe eine regelrechte Paranoia bekommen. Mein Herz hat geklopft, ich hatte Schweißausbrüche, ... Es war einfach so gut!
In diesen Momenten schafft es Ursula Poznanski wirklich vollkommen mit ihren Lesern zu spielen und sie am seidenen Faden zappeln zu lassen. Ihr Schreibstil ist dabei relativ kühl, nicht wirklich beschönigend und dadurch überraschend aufregend. Es kurbelt den Nervenkitzel nochmal an.

Das Ende kam meiner Meinung nach nicht ganz so überraschend, weil für mich viele Dinge leider viel zu offensichtlich waren. Gleichzeitig war es aber auch total verwirrend, weil einige Rätsel und Fragen nicht ganz logisch aufgelöst und eher noch verkompliziert wurden.

Auch die Charaktere stellten oft ein kleines Hindernis dar, denn ich konnte keinen einzigen so wirklich leiden. Das mag an der angespannten Atmosphäre des Buches liegen, und natürlich soll man sich mit diesem Buch nicht wirklich wohlfühlen, aber trotzdem hätte ich mir gewünscht, wenigstens Nika zu mögen. Einfach um noch einen Tick mehr mit ihr mitfiebern zu können.
Leider fand ich sie nicht gerade sympathisch, ehrlich gesagt, war sie sogar eine richtige Heulsuse. Ich meine, ich wäre in ihrer Situation wahrscheinlich echt nicht besser gewesen - ganz im Gegenteil - aber in einem Jugendthriller stelle ich mir dann doch etwas ausgeprägtere Charaktere vor.
Ebenso haben es mir alle anderen Nebencharaktere nicht wirklich angetan. Bei keinem einzigen konnte der Funke überspringen, was ich unglaublich schade fand, aber gut, das muss man vielleicht in Kauf nehmen, um letztendlich so eine fesselnde Atmosphäre zu kreieren.

Wer es mir aber absolut angetan hat, ist Laura Maire - die unglaublich tolle Synchronstimme, die die Geschichte
 nicht besser hätte rüberbringen können. Ihrer Stimme kann man stunden-, nein, tagelang zuhören, weil sie so angenehm ist. Trotzdem hat sie noch das gewisse Etwas, ich würde es schon fast eine rauchige Süße nennen, die total gut zu der Geschichte passt. 

Zu guter Letzt hänge ich noch kurz und knapp an, dass mir auch Cover und Setting sehr gut gefallen und man sich diese fast nicht besser hätte aussuchen können. Gerade die Entdeckungstour durch die italienische Stadt Sienna hat ein richtiges Dan Brown-Feeling eingeflochten, was mich ebenfalls total überzeugen konnte.


Fazit:
Ein gut ausgebauter Jugendthriller, wobei die Betonung wirklich auf Jugend liegt. Obwohl die Geschichte teilweise echt schockierend und natürlich hochspannend ist, ist das Ende noch sehr human und realistisch gehalten. Kombiniert mit unzähligen Cliffhangern, einer düsteren, kühlen Atmosphäre und einem Setting, das die Geschichte voll und ganz abrundet, ist dieses Buch eine absolute Empfehlung meinerseits.



4 von 5 Sternen

Und  hier ← bekommt ihr es.

Vielen Dank an den Hörbuch Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

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