Scherben der Dunkelheit - Gesa Schwartz

11/02/2017 thatweirdbookgirl 0 Comments


  Preis: 17,99 €
Seitenanzahl: 592
Erscheinungsdatum: 25. September 2017
Verlag: cbt 

Beschreibung: 
Die sechzehnjährige Anouk verbringt die Ferien in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Kurz nach ihrer Ankunft gastiert der Dark Circus in der Nähe: ein geheimnisvoller Zirkus, der im Dorf für seine düsteren und besonderen Vorstellungen bekannt ist. Auch Anouk gerät schnell in seinen Bann und damit in einen Kosmos, den sie kaum für möglich hielt: Eine magische Welt öffnet sich vor ihr, in der sie den mysteriösen Zauberer Rhasgar kennenlernt. Doch der Dark Circus birgt mehr, als Anouk ahnt. Bald schon schwebt sie in tödlicher Gefahr und weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Denn es gibt keine Regeln im Dark Circus bis auf eine: Nichts ist, wie es scheint ...

Meine Meinung:
"Scherben der Dunkelheit" war mein erstes Buch von Gesa Schwartz und leider wird es wahrscheinlich auch mein letztes und einziges bleiben ... Warum? Das folgt jetzt! 

Ich muss zugeben, dass ich viel positiver und angeregter ins Buch gestartet bin, und echt nicht gedacht, dass sich das Ganze für mich so entwickelt, dass ich es am liebsten weggelegt und abgebrochen hätte. 
Der Einstieg war zwar etwas abrupt, konnte mich aber vollkommen für sich gewinnen. Es war magisch, knisternd und total spannend. Die ersten hundert Seiten waren also wirklich bombastisch, aber vom einen auf den anderen Tag hat sich da für mich alles geändert. 

Schon anfangs konnte ich mich nicht wirklich mit Anouk identifizieren, aber das war noch etwas nebensächlich, weil die Story so gut war. Als diese aber nachließ, wurde Anouks innerer Konflikt immer dominanter. Vor nicht allzu langer Zeit ist nämlich ihr kleiner Bruder im Kindesalter an Krebs gestorben, was natürlich ein furchtbares Thema ist, aber in dieser Geschichte war es einfach so unpassend und zusammenhangslos. Ständig bezog sie jede mögliche Situation auf ihn.
Wie gesagt, Themen wie Trauer und Verlust sind wichtig. Genauso wichtig ist es, diese dem jüngeren Publikum schon von Anfang an richtig begreiflich zu machen, falls diese mal in so eine Situationen kommen sollten, aber es hat einfach gar nicht in diese düstere, fast gruselige Geschichte über den Dark Circus hineingepasst. 
Auch Rhasgar, der geheimnisvolle Magier des Zirkusses, war nur durchschnittlich. Zwar hatte er eine gewisse Tiefe, aber mir war er einfach nur unsympathisch. Und beide zusammen waren meiner Meinung nach total ermüdend, trist und langweilig, gerade weil sie einfach so kalt und distanziert wirkten. 
Das Schöne an Gesa Schwartz' Charakteren war dafür, dass jeder Einzelne, ob gut oder böse, seine Tiefe und seinen Hintergrund hatten, jedoch fiel es mir trotzdem unglaublich schwer die einzelnen Nebencharaktere auseinanderhalten zu können, geschweige denn, mir ihre besonderen Gaben und in welches Gut/Böse-Raster sie fallen, zu merken. 

Das bewirkte wiederum natürlich, dass ich viele Zusammenhänge gar nicht verstanden habe und die Handlungsübergänge für mich geradezu diffus, konfus und einfach nicht nachvollziehbar waren. So habe ich dann also spätestens ab der Hälfte des Buches komplett den Faden verloren und wusste schließlich nicht mehr, warum die Protagonisten jetzt dieses und jenes machen, um wiederum dieses und jenes zu bewirken.
Es kam mir teilweise auch so vor, als würden sich die Situationen immer wieder wiederholen und als würde ich in der Handlung gar keine Fortschritte machen, weil die Geschehnisse und Vorhaben so extrem durchgekaut wurden, sodass ich letztendlich kurz davor war, das Buch abzubrechen und erstmal zu einer anderen Geschichte greifen musste. 
Auch die knisternde, bunte, romantische und nach Popcorn durftende Atmosphäre des Zirkusses und dieses altbekannte Jahrmarktsgefühl, das sicher jeder von Euch kennt und liebt, hätte viel stärker umgesetzt werden können. Anfangs wurde es leicht angedeutet, zog sich dann aber leider gar nicht mehr durchs Buch. Ein guter Vergleich wäre da "Imago" von Isabel Abedi, bei dem das wirklich wunderschön war!

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber egal wie sehr mir ein Buch missfällt, ich kann es einfach nicht abbrechen, weil ich dann Angst habe, noch etwas ganz Tolles am Buch zu verpassen und hier war es, Gott sei Dank, so. Ich meine, es war nichts Überragendes, aber es ging zumindest wieder etwas aufwärts, regte die Spannung enorm an und diese Entwicklung der Geschichte hätte ich echt nicht erwartet.
Erstmals fiel mir auch das tolle, detailreiche Ausschmücken von Situationen der Autorin auf. Sie kann toll mit Worten umgehen, was die epischen Handlungen, vor allem zum Ende, sehr verstärkt. Oft trug sie mir dann aber leider wieder doch zu dick auf, wobei es schon ins Möchtegernpoetische abrutschte. Man sollte schon realistisch bleiben und klar davon ausgehen, dass eine Sechzehnjährige nicht wie der nächste Goethe redet. Ein bisschen poetisch sein ist ja schön und gut, aber man sollte auf dem Boden bleiben, gerade bei den Protagonisten, da das bewirkt, dass der Leser sich nicht mit diesen identifizieren kann. Das wirkt wirklich extrem gestellt und inszeniert.
Und wenn wir gerade beim Schreibstil sind, gibt's noch einen lustigen Fakt, der euch das Lesen vielleicht ein bisschen erleichtert - ein Trinkspiel! Jedes Mal einen Trinken sobald Schatten, Dunkelheit, Finsternis, Scherben, Spiegel und Ben vorkommen oder Rhasgar Anouk mal wieder am Arm packt und irgendwohin zieht. Ob das gut oder schlecht ist, kann dann jeder mit sich selbst ausmachen ... 

Was man dem Buch aber trotzdem zugestehen muss, ist dieses wunderwunderschöne Cover! Düster, magisch, passend zur Geschichte - besser geht's echt nicht! Da hat der Verlag Meisterleistungen erbracht. ☺

Fazit:
Dieses Buch war leider gar nicht nach meinem Geschmack. Zwar konnten mich der Anfang und der sehr schöne Schreibstil oft total begeistern, aber leider haben es mir die Charakter und die sich nur schleppende Entwicklung der Geschichte immer wieder kaputt gemacht. 

2,5 von 5 Sternen

Und  hier ← bekommt ihr es.

Vielen Dank an den cbt Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

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