Der Goldene Hof: The Promise - Richelle Mead

11/18/2017 thatweirdbookgirl 0 Comments


  Preis: 18,00 €
Seitenanzahl: 592
Reihe: Der Goldene Hof
Erscheinungsdatum: 29. September 2017
Verlag: One by Lübbe
Originaltitel: The Glittering Court

Beschreibung: 
Der Goldene Hof verspricht auserwählten Mädchen ein völlig neues Leben. Nicht nur, dass sie lernen, sich in vornehmen Kreisen zu bewegen, sie werden auch auf eine glamouröse Zukunft im aufstrebenden Nachbarland Adoria vorbereitet.
Die junge Adelige Elizabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Doch nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sie sich wie in einem Gefängnis, aus dem sie nur noch fliehen will. Als Elizabeth dann den charmanten Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennenlernt, weckt er einen waghalsigen Plan in ihr: Sie muss es irgendwie nach Adoria schaffen. Und kurze Zeit später tritt sie unter falschem Namen die Ausbildung am Goldenen Hof an -

Meine Meinung:


Ach Leute, wie soll ich dieses Buch denn jetzt am besten beschreiben? Im Großen und Ganzen fand ich es nämlich leider nur mittelmäßig, obwohl ich mir viel davon erhofft hatte, weil Richelle Mead für ihre Vampire Academy-Reihe ja so vergöttert wird. 

Aber ich fang mal klein an und am besten auch erstmal ganz von vorn - nämlich beim Cover. Dieses ist mal wieder - wie sollte es beim ONE Verlag auch anders sein - wundervoll! Es deutet schon auf unsere adelige Protagonistin Elizabeth aka Adelaide hin, glänzt dazu noch ganz leicht und birgt so schöne und in sich harmonierende Farben. Besser geht's nicht! Vor allem im Vergleich zum englischen Cover, das ich gar nicht schön finde, ist es der absolute Wahnsinn. Die Leute beim Verlag wissen einfach, was sie machen - anders kann man's gar nicht sagen. ☺


Wenn wir jetzt aber zum Inhalt kommen, muss ich alles leider etwas aufsplitten, denn es gab Aspekte, die mir wirklich super gefallen haben, und andere, die meiner Meinung nach gar nicht gelungen waren. Aber das Gute kommt ja bekanntlich immer zuerst, also fangen wir mal damit an. 
Zum Einen wäre das die tolle, alte, fast schon rustikale Atmosphäre, die uns im ersten Teil des Buches begegnet. Alles ist so schön wie im Märchen, was ich unglaublich genossen und regelrecht inhaliert habe.
Größtenteils lag das an dem unwiderstehlichen und charmanten Schreibstil der Autorin. Sie versetzt einen komplett in ihre Welt und zaubert eine´märchenhaftes Setting. Ich habe beim Lesen fast den teuren Perserteppich des Adelshauses unter meinen Füßen gespürt, den Geruch des Feuers im Kamin gerochen und die Musik der Bälle gehört. Es war einfach unglaublich - so nah. Das habe ich geliebt und es hat genau das rübergebracht, was Titel und Cover uns vermuten lassen. Diesen Teil, genauso wie die komplette Story im ersten Teil des Buches habe ich absolut genossen. 
Leider hat sich das aber im letzten Drittel des Buches komplett geändert. Wirklich um hundertachtzig Grad, totale Kehrtwende. Dementsprechend hat sich auch mein Gefallen an dem Buch geändert. Die Entwicklung der Geschichte hat mir überhaupt nicht zugesprochen und kommt meiner Meinung nach auch ziemlich vom "Urschleim" und Titel der Story ab. 
Ich habe von Anfang an nicht mit einer total-aus-den-Socken hauenden Geschichte gerechnet, weil auch die Grundidee des Buches nichts wirklich Neues ist - man siehe zum Beispiel Der Kuss der Lüge von Mary E. Pearson, in der die Protagonistin auch vor ihrer Heirat und gleichzeitig ihrem Titel flieht. Trotzdem konnte es mich noch enttäuschen, weil die Story nur mäßig vor sich hinplätschert. Es ist zwar nicht so, dass diese gar nicht vorankommt, weil doch Handlung auf Handlung folgt, aber komischerweise wartet man die ganze Zeit auf den großen Knall. Dieser konnte mich dann, wie oben ja schon erwähnt, gar nicht begeistern, und fiel erneut eher gedämpft aus.

Neben diesem ziemlich schwachen Spannungsanstieg hat es mir ebenso total an Emotionen gefehlt, was vor allem auf die Charaktere zurückzuführen ist.
Mit Elizabeth, deren echter Name höchstens fünfmal im Buch erwähnt wurde, sodass ich diesen erstmal im Klappentext nachlesen musste (ungelogen), bin ich gar nicht warm geworden. Ich wusste nie genau, wie ich sie einschätzen sollte. Nur sehr selbstbewusst oder schon arrogant? Nur verunsichert oder schon distanziert? Bei ihr sind die Grenzen irgendwie verschwommen, was sie weder sympathisch noch unsympathisch gemacht hat. Irgendwie war sie eben einfach da und man hat sie auf ihrem Weg begleitet - das war's. 
Dagegen war Cedric, der Sohn des Leiters des Goldenen Hofes, irgendwie ohne Ecken und Kanten. Schön, sympathisch, total charmant, aber er weiß natürlich auch was richtig und was falsch ist. Viel zu perfekt, um ihn wirklich wahrzunehmen. Somit sind mir bei beide zusammen auch mal wieder nicht wirklich warm geworden. Ihre Beziehung entwickelte sich irgendwie nicht natürlich. Irgendetwas hat gefehlt, um dem Leser Schmetterlinge in den Bauch zu zaubern. 
Das gewisse Etwas hatten dagegen aber wieder die Nebencharaktere. Tamsin und Mira waren eine echte Bereicherung an der Geschichte. Sie waren echt und haben immer wieder ein bisschen Witz oder etwas mehr Emotion in die Geschichte gebracht.

Eine Frage, die mich aber auch im Nachhinein noch beschäftigt, ist die nach dem Genre. Wenn mir das jemand von euch beantworten kann, dann immer her damit! Wie lässt sich dieses Buch einordnen?
Das Buch hat ja keine Fantasy-Aspekte, also wäre das schon mal ausgeschlossen. Jedoch ist es ja auch kein historischer Roman, weil es in einer fiktiven Welt spielt. Aber eine Dystopie ist es doch ebenso nicht. Zwar birgt es gesellschaftskristische Elemente, die sich auch auf unsere heutigen Probleme anwenden lassen, aber das ist ja nicht die Kernaussage des Buches. Ich bin ratlos. 

Fazit:
Für mich ein eher mittelmäßiges Buch. Es hatte tolle Höhen, aber auch sehr viele Schwachstellen. Kurz gesagt: erste Hälfte des Buches - toll! Zweite dann eher nicht so. Trotzdem war es ein schönes Buch zum Runterkommen und Abschalten, aber ob ich den zweiten Teil lesen werde, steht jetzt noch in den Sternen. 


3 von 5 Sternen

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Vielen Dank an den Bastei Lübbe und ONE Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft. 

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