Das Gutshaus: Glanzvolle Zeiten - Anne Jacobs

1/12/2018 thatweirdbookgirl 0 Comments

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und dem Bloggerportal für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 

Hallihallo, ihr Lieben! 
Gleich am Anfang wollte ich hier mal eine Begrüßung an alle neuen Abonnenten aussprechen: Schön, euch an Bord zu haben! ♥ An alle anderen, die schon länger dabei sind, gibt's aber ein noch viel größeres Dankeschön. Ich bin immer wieder froh, eure Nachrichten zu lesen und mich mit euch austauschen zu können, auch wenn ich es derzeit nicht schaffe, so aktiv wie normal zu sein. Denn leider neigt sich mein erstes Semester in der Welt der Germanistik schon dem Ende zu und damit geht's auch auf die Prüfungsphase zu - oje! -, aber das ist ein anderes Thema ... 
Jetzt geht's erstmal los mit der Rezension! ☺

  Preis: 10,99 €
Seitenanzahl: 544
Reihe: Die Gutshaus Saga 1
Erscheinungsdatum: 13. November 2017
Verlag: Blanvalet

Beschreibung: 
Seit Jahrhunderten in Familienhand, verloren und wiedergefunden – ein Gutshaus, eine Familie und ein dramatisches Schicksal …
Franziska kann es nicht glauben: Endlich ist sie wieder in ihrer Heimat auf Gut Dranitz. In den Wirren des zweiten Weltkriegs musste sie das herrschaftliche Anwesen im Osten verlassen. Lange gab es keinen Weg zurück. Trotzdem ließ sie die Sehnsucht nicht mehr los. Nie konnte sie die glanzvollen Zeiten vor dem Krieg vergessen, ihre Träume und Wünsche von einem Leben an der Seite ihrer großen Liebe Walter Iversen. Alles schien möglich. Doch der Krieg trennte die Liebenden und machte ihre Träume zunichte. Aber Franziska gab die Hoffnung nie auf ...

Meine Meinung:


Sieht dieses Buch nicht wunderschön aus? Selten habe ich so schöne Cover für historische Romane gesehen wie die von Anne Jacobs. Und wie wir alle so schön wissen: Aussehen zieht an, Charaktere, nein falsch, Geschichte hält fest. So ist's richtig! 
Wenn ich dieses atemberaubende Cover anschaue, stelle ich mir also eine Geschichte um 1900 bis 1950 vor. Ein Blick auf den Klappentext sagt uns: Ja, das könnte stimmen! 

Aber leider, leider, leider sollte es nicht sein, denn die gute, alte Beschreibung verrät nur die Hälfte ... Oder eher ein Sechstel. Wenn man das Buch nämlich einmal genauer unter die Lupe nimmt und sich den Text auf dem Flügel der Klappenbroschur durchliest, bekommt man erstmal mit, dass es sich hier um keine tragische Liebesgeschichte der Vorkriegszeit handelt. Oh nein, das hier ist viel mehr eine Familiengeschichte zur Zeit der Wende ... Ja, der Wende. 
Was war da nochmal auf dem Cover? Ein junges, zartes Mädchen. Eine prächtige Villa. Sommerliche, strahlende Farben.
Im Nachhinein kommt es mir wirklich so vor, als wäre es das ganze Gegenteil der Geschichte, die wir im Buch vorfinden, und wenn ich das gewusst hätte, hätte ich niemals zu diesem Buch gegriffen, denn auch wenn die Zeit der DDR und BRD sowie der Wiedervereinigung unbestreitbar ein großer, wichtiger und nicht wegzudenkender Teil der deutschen Geschichte ist, kann ich leider gar nichts damit anfangen. Vor allem kein fünfhundertseitiges Buch darüber lesen. 
Also an alle, die mit dem Gedanken spielen, das Buch zu kaufen: Lest unbedingt die Leseprobe und nicht nur die Buchbeschreibung, die überall zu finden ist und ein völlig falsches Licht auf die Geschichte wirft - zumindest meiner Meinung nach. 

Angefangen hat es aber eigentlich ganz gut, nämlich mit der Geschichte, die ich hören wollte. Stellenweise (ja, damit ist das oben angedeutete Sechstel des Buches gemeint) verfolgen wir nämlich die junge Franziska, die frisch verliebt in den zweiten Weltkrieg hineinrutscht, und Halleluja, diese Passagen haben es mir echt angetan. Hier habe ich alles gefunden, wonach ich mich gesehnt habe. Eine tolle Atmosphäre, ein tolles Familienbild, eine zarte, aufblühende Liebesgeschichte, den alten, ganz klassischen Lebensstil - ich fand's toll! 
Aber dann kam der erste Schock, plötzlich war die liebe Franziska kein frisches Blümchen mehr, nein, sie war eine ausgewachsene, modrige Dornenhecke. Damit meine ich jetzt nicht ihr Alter, um Himmels Willen, ich kenne so viele siebzigjährige, die noch klasse drauf sind. Aber sie, sie war einfach eine Furie: festgefahren, eitel, von oben herab. Furchtbar. 
Als ich diesen Umschwung verdaut hatte und gerade dachte, es würde nun wieder bergauf gehen, indem das Buch wieder ein paar Rückblenden geben würde, folgte der nächste Streich. Plötzlich kam nämlich eine gewisse Jenny ins Spiel. Sie ist, wie man im Nachhinein erfährt, Franziskas Enkelin, aber sie hat nichts mit der jungen, liebevollen Franziska von1939 gemeinsam, sondern ist nur ein noch viel schlimmeres Abbild der jetzigen. Ohne zu spoilern, weil diese Szene nichts zur wirklichen Geschichte beiträgt, möchte ich euch mal eine kleine Szene erläutern: Jenny hat eine Affäre mit ihrem Chef. Dieser hat nicht nur eine Frau zuhause sitzen, nein, auch zwei Kinder. Die liebe Jenny will aber natürlich schon lange, dass ihre Affäre endlich mal seine Frau sitzen lässt und findet es total unverständlich, dass er immer seine Kinder vorschiebt. Als er dies auch noch wirklich tut und zu Jenny flüchtet, geht er ihr permanent auf den Zeiger. Ist ja aber auch echt schlimm, einen schnarchenden, sich etwas breit machenden Mann im Bett liegen zu haben. Und dass er es nicht mag nur Rührei zu essen, weil sie nichts anderes mehr im Kühlschrank hat, ist natürlich ganz unausstehlich. Ach, und noch ein kleiner Funfact: wenn sie gerade mal nicht dabei ist, sich über ihn aufzuregen oder daran zu denken, dass sie absolut keinen Bock darauf hat, auch nur irgendwie mit seinen Kindern umgehen zu müssen, nennt sie ihn ganz liebevoll "Papa". Ja, auch nach oder beim Techtelmechtel. Nein, gar nicht eklig - stellt man sich doch gern vor. (Okay, das war's jetzt mit der Ironie.)
Ich glaube, mehr muss ich zu den Charakteren nicht mehr sagen. Ebenso einfach ist es hoffentlich zu verstehen, dass die beiden Protagonisten das Lesen zu keinem Spaß gemacht haben. Gar nicht. Im Gegenteil. 

Die Entwicklung der Geschichte hat mir leider auch nicht wirklich zugesagt. Mir kam es teilweise einfach viel zu scheinheilig, einseitig und oberflächlich vor. Als wöllte die Autorin unbedingt eine absolut rührende Geschichte zaubern und dabei einen Salzstreuer voller Klischees auf ihre Tastatur rieseln lassen. 

Kombiniert mit dem hölzernen, gefühllosen, fast schon kalten Schreibstil war das keine tolle Leistung. Am Anfang habe ich noch gedacht, dass man sich an dieses gewöhnen könnte, wie man das auch macht, wenn man zum Beispiel den Er-Erzähler nicht mag: irgendwann geht das schon. Aber es ging nicht. Man fühlt sich einfach nicht integriert. Der Stil konnte einen weder fesseln noch überhaupt packen. Er hat einen einfach draußen im Regen stehen lassen. 


Fazit:
Ich habe echt das Gefühl, dass dieses Buch einen Ticken zu viel von dem, was ich gar nicht mag, hatte, sodass ich dann einfach nur noch völlig schwarzsehen konnte. Versteht ihr, was ich meine? Ein paar Sachen haben mir einfach viel zu schlechte Laune gemacht, wodurch ich dann auch gar keinen Spaß mehr an der Geschichte hatte, nicht mal an Sachen, die ich in anderen Büchern vielleicht übersehen oder gar gemocht hätte.
Wenn man sich vielleicht mehr mit den Themen zur DDR, BRD und Wende identifizieren kann, kann das Buch sicherlich unterhaltsam sein (auch wenn das die furchtbaren Charaktere und den grottigen Schreibstil nicht wettmacht).
Die vereinzelten Passagen über die längst vergangene Vorkriegszeit fand ich aber ziemlich gelungen. Bitte mehr davon!


2 von 5 Sternen

                                                                                                

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