Gebieter der Elemente: Gläserner Sturm - P.C. & Kristin Cast


Vielen Dank an den HarperColins Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 

Preis: 16,99 € (Gebundene Ausgabe) | 13,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 352
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2019
Reihe: Gebieter der Elemente 1
Verlag: HarperCollins
Originaltitel: The Dysasters

Beschreibung: 
Foster ist kein normaler Teenager: Sie besitzt die Gabe, Gedanken zu manipulieren. Und nicht nur das: Als ihre Adoptivmutter durch einen Tornado stirbt, offenbart sich, dass sie das Element Luft nach ihrem Willen beeinflussen kann. Aber nicht nur sie ist dazu imstande, sondern auch Tate, der ihr den letzten Nerv raubt. Und beiden wurde ihre Gabe nicht zufällig zuteil, sondern sie wurden bewusst zu Gebietern der Elemente erschaffen. Doch von wem und mit welchem Ziel? Während Foster und Tate sich näherkommen, müssen sie erkennen: Nur gemeinsam können sie ihrem Schöpfer die Stirn bieten.

Meine Meinung:

Nachdem ich vor einiger Zeit die House of Night-Reihe beendet habe, dachte ich, dass es doch sicher schön wäre, etwas Neues des Autorenduos zu lesen, und zu sehen, wie sie sich in ihrem Schreiben weiterentwickelt haben. Tja, leider ist der Funke nicht übergesprungen. So gar nicht. Seit mehreren Monaten versuche ich immer und immer wieder das Buch zur Hand zu nehmen, aber leider musste ich mir nun eingestehen, dass es einfach nichts (mehr) für mich ist. Denn während ich mich als Leser um einiges weiterentwickelt und nun oft ziemlich hohe Ansprüche habe, sind P.C. und Kristin Cast dabei geblieben für ein Publikum zu schreiben, das auch von House of Night begeistert wurde.
Obwohl die Protagonisten des Buches schon um die achtzehn Jahre alt sind, hatte ich das Gefühl, dass alles sehr oberflächlich, naiv und jung geschrieben war. Natürlich kann das eine gute Charakterentwicklung voraussetzen, jedoch konnte ich einfach nichts mit den Figuren anfangen, sodass mich auch deren Entwicklung einfach nicht interessiert hat. Während der ersten hundert Seiten des Buches habe ich beinahe durchgängig mit den Augen gerollt, weil die Autorinnen so enorm mit Klischees spielen. Die Handlung und die Figuren sind total austauschbar und eben genau die, die man überall sieht.
Auch wenn mich das Buch einfach nicht packen konnte, denke ich, dass es etwas für Fans von The Flash sein könnte, da mich die Begabungen der Protagonisten sehr stark an die der "Metawesen" erinnern konnte. Aber auch hier würde ich sagen, dass die Umsetzung größtenteils flach war. Da gibt es einfach bessere Bücher, denen man sich zuwenden kann.
Ähnlich war es mit der Gruppendynamik, die mich anfangs noch sehr interessiert und ebenfalls an eine Superhelden-Serie, und zwar Marvel's Runaways, erinnert hat. Aber auch hier gab es einfach nichts, das ich nicht schon mal gesehen habe - und das in einer besseren Umsetzung. Leider konnte mir das Buch also unterm Strich nichts geben, weshalb ich es schließlich zur Seite gelegt habe. Für ein jüngeres Publikum, das die Klischees noch nicht allzu oft gesehen hat, könnte dieses Buch aber vielleicht etwas sein!

                                                                                                

Julia Dippel: Cassardim - Jenseits der Goldenen Brücke


Vielen Dank an den Thienemann Esslinger Verlag und die mainwunder Agentur für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 
Preis: 17,00 € (Gebundene Ausgabe) | 13,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 528
Erscheinungsdatum: 17. Oktober 2019
Reihe: Cassardim 1
Verlag: Thienemann Esslinger Verlag

Beschreibung: 
Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.

Meine Meinung:
Nachdem ich schon so viel Gutes über die Izara-Reihe von Julia Dippel gehört habe, war ich total gespannt, mir mit Cassardim mein eigenes Bild über das Können der Autorin zu machen. Ich weiß nicht, ob ich mir vielleicht von Anfang an zu große Hoffnungen gemacht habe, aber der Start ins Buch war für mich sehr mühselig.
Zwar mochte ich unsere Protagonistin Amaia von der ersten Sekunde an und habe die düstere aber zugleich gemütliche und lockere Atmosphäre des Buches, die mich unheimlich an Kerstin Giers Silber-Reihe erinnerte, sehr genossen, jedoch wollte der Funke, der laut der Beschreibung des Buches ja so fesselnd sein sollte, erstmal nicht überspringen. 

Auch wenn ich mich zwischen Maias vielen Geschwistern pudelwohl fühlte und unglaublich neugierig wegen den kuriosen Familien-Dynamiken war, wusste ich nicht so wirklich wohin mit mir. Ich hatte vorerst nicht das unbedingte Bedürfnis weiterzulesen, was, glaube ich, zu einem Großteil daran lag, dass das Buch erst ab Seite 200 so richtig an Fahrt aufnimmt. Bis dahin dachte ich wirklich, dass das Buch für eine viel jüngere Leserschaft geschrieben wurde, als ich es mit meinen 20 Jahren bin. Die Figuren verhielten sich einfach sehr jung und naiv, und der Plot  wie auch die Liebesgeschichte entwickelten sich erstmal sehr einfach. Und dann kam der Wendepunkt! 

Mit der Ankunft in Cassardim erlangte das Buch ganz andere Dimensionen, die man mit dem ersten Drittel des Buches nicht vergleichen kann. Es wird spannend, nervenaufreibend und gab mir ein ähnliches Gefühl, wie ich es hatte, als ich die Das Reich der sieben Höfe-Reihe von Sarah J. Maas gelesen habe. Letzteres lag wahrscheinlich wirklich daran, dass es einige Parallelen gab. Die Aufteilung und Beschreibung des Reiches, der Love Interest, aber auch der Freundeskreis gaben mir solche ACOTAR-Vibes, die dem Buch aber keineswegs seine Originalität genommen haben - versteht mich nicht falsch. Man muss wirklich betonen, dass das Konzept des Buches total einmalig ist und ich noch nie etwas in dieser Richtung gelesen habe. Vor allem die Art von Wesen, die Maia und ihre Familie sind, fand ich so spannend. Leider hätte ich hier wahrscheinlich sogar noch mehr Beschreibung gebraucht, denn das Alterungssystem habe ich bis zum Ende des Buches nicht begriffen, weshalb ich auch nach mehrerem Nachrechnen enorme Probleme hatte, die Denkweise der Figuren zu verstehen. Zum einen wurde nämlich angedeutet, dass man sich gedanklich immer auf der Reife befindet, auf eben welchem äußerlichen Alter man auch ist. Das hätte ich auch verstanden, gerade weil die Figuren trotz ihres Alters, das mehr als hundert Jahre erfasste, nie wirklich reif, belesen oder besonders intellektuell wirkten, wie ich es mir vorstellen würde und wie wir es beispielsweise auf von den unsterblichen Vampiren aus Twilight kennen, die sich ja im selben Alter befinden. Zum anderen kamen dann immer wieder Szenen, unter anderem auch bezüglich der Liebesgeschichte, die ich einer 16-Jährigen nicht zutrauen würde. Also entweder gab es kleinere Denkfehler in diesem Konzept oder es wurde nur so vage erklärt, dass ich mir kein richtiges Bild davon machen konnte. Wenn es also einen zweiten Band geben sollte, was ich sehr hoffe, würde ich mir unbedingt mehr dazu wünschen! 

Das Worldbuilding greift unter anderem auch mehrere Mythologien aus verschiedenen Kulturen auf, was ich unglaublich faszinierend fand. Julia Dippel hat es auf unvergleichliche Weise geschafft, all diese auf einen gemeinsamen Nenner zurückzuführen und daraus Cassardim zu erschaffen. Der atmosphärische Schreibstil der Autorin zeigte mir diese Welt ganz klar, sodass mir beim Lesen  immer Venedig vor Augen schwebte. Außerdem finde ich auch, dass die Idee der Autorin ein jedem von uns etwas mitgeben kann. Wenn man dieses beschriebene Leben nach dem Tod aber auch die metaphorische Bedeutung des Chaos' und des Willes näher betrachtet, kommt man wirklich ein bisschen ins Grübeln.

 4 von 5 Sternen
                                                                                                

Inmitten von Sternen und Dunkelheit - Chani Lynn Feener


Vielen Dank an den HarperCollins Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 






Preis: 16,99 € (Gebundene Ausgabe) | 13,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsdatum: 1. April 2019
Reihe: Zenith 1
Verlag: HarperCollins
Originaltitel: Amid Stars and Darkness

Beschreibung: 
Delaney weiß nicht recht, wie ihr geschieht. Der umwerfende Bodyguard Ruckus entführt sie auf seinen Heimatplaneten, da er sie mit der Prinzessin von Xenith verwechselt. Als ihr Kidnapper seinen Fehler bemerkt, bittet er Delaney inständig, in die Rolle der Thronfolgerin zu schlüpfen, bis er die abtrünnige Adlige gefunden hat. Nur so lässt sich ein intergalaktischer Krieg verhindern. Delaney ist entschlossen, ihr Geheimnis zu hüten – doch dafür darf sie sich nicht in den Intrigen von Xenith verstricken, sondern muss auch den Verlobten der Prinzessin täuschen. Und ihre Gefühle für Ruckus könnten alles gefährden …

Meine Meinung:
Lange, lange, laaange ist es her, dass ich dieses Buch begonnen habe zu lesen ... Und zwar mittlerweile mehr als vier Monate. Das spricht für sich, würde ich sagen.
Diese Jugend-Science-Fiction war leider gar nichts für mich, obwohl ich sie anfangs eigentlich noch als sehr vielversprechend empfand. Anders, als ich es nämlich vermutet hätte, startet die Geschichte in unserer Welt, die ähnlich wie in der LUX-Reihe von Jennifer L. Armentrout von Außerirdischen besiedelt wurde. Delaney, unsere Protagonistin, führt in dieser ein ziemlich normales Leben, bis sie eines Abends zusammen mit ihrer besten Freundin eine Party besucht und von der zukünftigen Regentin eines fernen Alien-Planeten reingelegt wird. Lissa Olena, ebenjene Prinzessin, schafft es durch eine Technologie, Delaney so aussehen zu lassen, wie sie selbst (vom Konzept her ähnlich wie der Vielsaft-Trank aus Harry Potter), was dazu führt, dass sie von einer Gruppe Außerirdischer entführt wird, die eigentlich hinter ihrer entflohenen Prinzessin her sind.
An sich fand ich die Prämisse der Geschichte ziemlich cool, denn auch wenn den Außerirdischen schnell klar wird, dass sie die falsche Olena erwischt haben, muss Delaney aufgrund einiger schwieriger politischen Verhältnisse den Schein bewahren und in ihre Rolle schlüpfen. In diesem Sinne mochte ich es, wie der Roman Themen wie Pflichtgefühl im Falle von Staatsoberhäuptern für ihr Volk erforscht, und inwiefern in diesem Sinne politische Intrigen gerechtfertigt werden können und müssen.
Ebenso interessant fand ich die Idee, dass Delaney beginnt im Körper einer Anderen einem Mann näherzukommen. Zu einem großen Teil identifiziert man sich ja mit seinem 'angeborenen' Aussehen, deswegen war es wirklich spannend zu sehen, wie das auch auf andere wirkt. Sieht man wirklich immer nur den Charakter einer Person und achtet man weniger auf das Aussehen? Oder inwiefern greifen Äußeres und Inneres vielleicht ineinander? An sich sind das, wie ich finde, tolle Themen, die man meiner Meinung nach noch um einiges hätte vertiefen können. Die Figuren, allen voran Delaney, wirkten einfach viel zu gelassen und selbstbewusst in dieser Situation. Ich denke, es ist um einiges befremdlicher, in den Spiegel zu schauen und eine andere Person zu sehen - vor allem jemanden, den man eigentlich nicht mag, mit dem man sich eigentlich nicht identifiziert. Gerade metaphorisch hätte man so viel mehr aus der Lage herausholen können. Ich hätte Delaney gern gesehen, wie sie sich selbst hinterfragt und vielleicht sogar ein bisschen ausrastet, aber leider wirkte sie neben kleineren Gezögere ziemlich beherrscht und selbstbewusst, was dem Leser an dieser Stelle nur wenig mitgeben kann.
Zusätzlich dazu hatte ich auch noch andere Probleme mit dem Roman. Beispielsweise erschien mir der Schreibstil an mehreren Stellen sehr merkwürdig und chaotisch. Viele Satzteile oder beispielsweise auch Vergleiche schienen nie wirklich stimmig und zueinander zu passen.
Außerdem konnte ich auch keine wirkliche Bindung zu den Figuren aufbauen. Delaney, wie oben schon angedeutet, wirkte mir ständig zu exemplarisch. Als hätte die Autorin sagen wollen: "Schaut her, was sie für eine tolle, selbstbewusste, starke Protagonistin ist. Schneidet euch alle eine Scheibe von ihrem beherrschten Verhalten in dieser diffusen Situation ab." Sie war mir von vornherein einfach zu perfekt, wodurch es auch im Laufe der Geschichte zu keiner Charakterentwicklung gekommen ist. Ich mag es mehr, wenn man sieht, was Charaktere durchmachen und wie sie Konflikte, gerade auch durch Selbstüberwindung, lösen, sodass man sich im Nachhinein wirklich etwas mitnehmen kann. Aber von Nichts kommt auch nichts. Zusätzlich dazu war sie zwar immer   gefasst und selbstbewusst, aber wirkliche Stärke hat sie meiner Meinung nach nie bewiesen. Nur ständig eine große Klappe zu haben, hat in meinen Augen damit nichts zu tun, sorry. Als sie dann in einer Szene auch noch in eine Kampfszene geriet und mal wieder total idealisiert wurde, obwohl es absolut (!!!) unrealistisch war, war es für mich dann völlig Aus.
Auch Ruckus fand ich einfach tierisch langweilig. Er hatte absolut keine eigenen Eigenschaften. Der einzige Charakter, den ich spannend fand, war Trystan, der mutmaßliche Bösewicht der Geschichte. It's always the bad ones, ladies. Er war total interessant, gerade weil man auch gesehen hat, wie hin- und hergerissen er in seiner Lage als gezwungener Verlobter von Olena war. Ich denke, ihm wird in den nächsten Büchern der Trilogie auch noch eine größere, besser ausgebaute Rolle zukommen. Am Ende habe ich die Seiten des Buches tatsächlich nur noch überflogen und Passagen mit ihm gelesen, weil das die einzigen waren, die mich interessiert haben, obwohl auch diese sehr klischeehaft und prototypisch waren. Die gewohnte Entwicklung vom grüblerischen, übel gelaunten Bad Boy konnte mich dementsprechend auch nicht so sehr packen, dass es mir das Buch versüßt hätte. Insgesamt war das Buch also vor allem eins für mich: flach. Was die Charaktere, was das Worldbuilding, was den Plot angeht. Für mich also leider ein Reinfall, gerade weil das Buch einige Stellen aufweist, bei denen man so sehr in die Tiefe hätte gehen können. Aber vielleicht passiert das ja in den Folgebänden. Ich werde die Reihe aber nicht weiterverfolgen. Dafür lag mir leider zu wenig an den Figuren.

 2,5 von 5 Sternen
                                                                                                

Der Zauber der verlorenen Dinge - Moïra Fowley-Doyle


Vielen Dank an den cbj Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 

Preis: 17,00 € (Gebundene Ausgabe) | 13,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsdatum: 30. September 2019
Verlag: cbj
Originaltitel: Spellbook for the Lost and Found

Beschreibung: 
Wer nicht verloren geht, kann nie gefunden werden
In einer stürmischen Sommernacht beginnen Olive und ihre beste Freundin Rose plötzlich Dinge zu verlieren. Es beginnt mit einfachen Dingen wie Haarspangen und Schmuck, aber bald wird klar, dass Rose etwas viel Bedeutenderes verloren hat – über das sie nicht redet. Dann trifft Olive drei mysteriöse Fremde: Ivy, Hazel und Rowan. Wie Rose haben sie einen Verlust zu beklagen und ein Geheimnis zu verbergen. Als sie ein altes Notizbuch mit Zaubersprüchen entdecken, meinen sie, damit alles wieder in Ordnung bringen zu können. Stattdessen entdecken sie Geheimnisse, die nie entdeckt werden sollten …


Meine Meinung:

Was soll ich sagen ... Vor drei Tagen habe ich dieses Buch begonnen, und in gerade mal drei Sitzungen komplett durchgesuchtet. Diese Geschichte hat mich mit ihrer düsteren und mysteriösen Art völlig gepackt, gefesselt und nicht mehr losgelassen, und ich habe jede einzelne Sekunde geliebt! 

Schon als ich vor einiger Zeit über den Klappentext des englischen Originals gestolpert bin, war ich unglaublich fasziniert von der Prämisse, die das Buch bereithält. Als ich dann zum zweiten Mal - war es Zufall oder Schicksal? - auf das Buch in deutscher Übersetzung gestoßen bin, war ich hin und weg! Schon das englische Cover fand ich wunderschön, aber die deutschen Coverdesigner haben einfach alles getoppt! Dieses Buchcover ist wirklich ein Meisterwerk und könnte die düstere und zugleich zauberhafte Geschichte nicht besser einfangen. 

Die Geschichte würde ich ins Genre des magischen Realismus einordnen. Derartige Romane habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gelesen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die Blütezeit des Genres vor einigen Jahren am Boomen war und dann langsam aber sicher abgeflaut ist (zumindest im Jugendroman-Bereich). Umso mehr freue ich mich darüber, dass mal wieder ein Buch erschienen ist, das dem Genre alle Ehre macht, denn - Halleluja! - hat mir dieser Roman Lust auf mehr gemacht! 
Insgesamt begleiten wir eine Gruppe von sehr außergewöhnlichen Teenagern, deren Wege sich im Laufe der Geschichte kreuzen ... oder überlappen, je nachdem, wie man es nimmt. Die Gruppendynamik fand ich unglaublich spannend, weil jeder Einzelne für sich etwas ganz Besonderes war. Da wäre beispielsweise die etwas pummelige Olive, die ein Hörgerät trägt und eines der größten Herzen aller Zeiten in ihrer Brust sitzen hat; ihre beste Freundin Rose, mit indischen Wurzeln und Feuer in den Adern; oder auch die Zwillinge, die aus einem instabilen Elternhaus ausgerissen sind und nun in einem leerstehenden Haus in einem geisterstadtartigen Viertel hausen. Jeder von ihnen war total dreidimensional gezeichnet, hatte seine guten und seine schlechten Seiten, was die Interaktionen untereinander absolut faszinierend gemacht hat. Jeden von ihnen habe ich auf eine eigene Art und Weise lieb gewonnen.

Auch der Plot war einfach magisch. Es war wirklich wie ein Sog - man konnte einfach nicht aufhören zu lesen, weil man immer wissen wollte, was es mit den merkwürdigen Verlusten und Funden in der Stadt auf sich hat. Lange ist es her, dass ich die Seiten eines Buches so schnell gelesen, ja, geradezu inhaliert habe, dass ich ganz erschrocken war, wenn ich mal wieder auf die Seitenzahl geschaut habe. Was? Schon wieder vierzig Seiten? Die Zeit in diesem Buch verging rasend schnell! Mir hat das Gedankenspiel, auf welche Arten Dinge oder auch Menschen verloren gehen/sein können, unheimlich gut gefallen. Die Autorin lässt hierbei sehr viel offen, wodurch man viel Raum für eigene Gedanken und Spekulationen hat, wovon ich ja ein großer Fan bin. Ich mag es, wenn mich Bücher  über etwas grübeln lassen, worüber ich vorher noch nie nachgedacht habe. 

Die ganze Atmosphäre des Buches hat einfach perfekt in den Herbst gepasst. Es ist düster, schaurig, manchmal geradezu gruselig, aber gerade die Figuren wärmen einen gleichzeitig von innen und bringen Licht ins Dunkle. Ich persönlich habe mir oft gedacht, dass das Buch auch wie ein Mix aus Stranger Things, Dark (beides von Netflix) und Blair Witch Project ist. Der geniale, zart poetische Schreibstil umrahmt das Gefühl des Buches auf eine hervorragende Weise und lässt einen die Handlung ganz klar und deutlich vor innerem Auge sehen. Insgesamt ein purer Genuss und eine absolute Empfehlung meinerseits! Ich brauche unbedingt mehr von der Autorin.


 5 von 5 Sternen
                                                                                                

Die Schnecke am Hang - Arkadi und Boris Strugatzki


Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 

Preis: 9,99 € (Taschenbuch) | 9,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 384
Erscheinungsdatum: 8. Juli 2019
Verlag: Heyne

Beschreibung: 
Auf einem fernen Planeten haben die Menschen auf einem Hochplateau mitten im Urwald eine Station errichtet, von der aus der Wald dieser Welt verwaltet werden soll. Dies ist die Geschichte von Kandid, der sich in den Tiefen des Waldes verirrt hat und dort auf eine geheimnisvolle Gesellschaft von Amazonen stößt. Und es ist die Geschichte von Pfeffer, der aus der Sicherheit der Station heraus versucht, dem Wald Herr zu werden ...

Meine Meinung:
Nachdem ich Anfang diesen Jahres  in einem Seminar schon Das Experiment der Strugatzki-Brüder gelesen habe, war ich umso gespannter noch mehr Bücher des Autorenduos zu entdecken. Die Bücher, die momentan angepriesen, und überall in die Kamera gehalten werden, fangen in meinem Kopf langsam an, immer und immer mehr ineinander zu verschwimmen, weil es viel zu oft dasselbe ist und viel zu oft an Tiefgang und nachhaltiger Bedeutung mangelt. Aus diesem Grund griff ich dann vor einigen Tagen zu Die Schnecke am Hang und ich bereue nichts! Dieser Roman hat mir wieder Leben eingehaucht und gezeigt, dass Literatur mehr kann, als nur immer und immer wieder dieselben Szenarios mit denselben Protagonisten und unterschiedlichen Namen zu durchlaufen. Ich weigere mich zu behaupten, dass ich diesen Roman  nach meiner einmaligen Lektüre vollends und bis ins kleinste Detail verstanden habe, denn das habe ich sicherlich nicht, aber vielleicht ist es gerade das, was die Bücher der Strugatzkis ausmacht und der Literatur seinen Zauber verleiht - der Raum an Interpretationen sowie vor allem die sich überschlagende Gedanken und Zusammenhänge, sobald man versucht, den Roman zu durchschauen.
Als ich begonnen habe, das Buch zu lesen, wurde ich von der ersten Seite an total gefesselt. Der Schreibstil der Strugatzkis ist wirr, chaotisch und diffus, aber trotz allem hat man das Gefühl, dass jedes Wort an der richtigen Stelle sitzt und einen manche Sätze geradezu anspringen. Da ich von dem Buch vorher noch nie etwas gehört hatte, habe ich ständig versucht, eine Ordnung in die Handlung zu bringen. Ich habe gegrübelt und gegrübelt, oft sogar meinem Freund Passagen vorgelesen, sodass wir zusammen darüber philosophieren konnten, was dahintersteckt. Ich glaube, das war eine der schönsten Leseerfahrungen, die ich in letzter Zeit gemacht habe. Einfach nicht nur abzuschalten, sondern bei der Lektüre wirklich anwesend und aktiv zu sein. Das war toll.
Gerechnet habe ich mit einem Science Fiction Roman, tatsächlich tendiert die Geschichte aber eher in Richtung Fantasy und zeigt uns eine Welt, in der zwei Protagonisten sich gegenüberstehen, die wahrscheinlich jeweils aus dem Traum des Anderen entkommen möchten - auf der einen Seite dem Wald, in dem von zombieartigen Totenmännern, die Frauen entführen, bis hin zu Dörfern, die von vorn bis hinten von giftigen Pilzen bedeckt wurden, alles möglich ist. Auf der anderen Seite erleben wir eine Gesellschaft, in der jeder aneinander vorbeiredet, niemand den anderen versteht und die sinnlose Bürokratie über das Leben der Menschen herrscht, von denen niemand wirklich weiß, wohin mit sich selbst. Die Szenarien waren unglaublich ominös und gleichzeitig faszinierend.
Auch wenn ich mit meinen Deutungen auf dem richtigen Pfad war, hat mir das beiliegende Nachwort sehr geholfen, obwohl auch dieses sagt, dass sich unzählige Interpretationen widerspruchsfrei aus dem Text ziehen lassen, und dass wahrscheinlich gerade dies den Wert des Romans ausmacht.

                                                                                                

Unter dem Zelt der Sterne - Jenn Bennet


Vielen Dank an den Carlsen Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 





Preis: 15,00 € (Broschierte Ausgabe) | 10,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsdatum: 1. August 2019
Verlag: Carlsen Verlag
Originaltitel: Starry Eyes

Beschreibung: 
Früher waren Zorie und Lennon beste Freunde – und kurze Zeit sogar mehr als das. Doch seit dem Homecoming-Ball letztes Jahr herrscht zwischen ihnen Funkstille, und auch ihre Familien haben sich nichts mehr zu sagen. Dann wird ein Campingtrip mit Freunden zum Desaster und Zorie strandet in der Wildnis. Zusammen mit dem Jungen, der ihr das Herz gebrochen hat: Lennon. Auf sich allein gestellt und ohne die Möglichkeit, einander aus dem Weg zu gehen, kommen endlich all ihre Gefühle zum Vorschein. Aber haben Zorie und Lennon den Mut, einen Neuanfang zu wagen?

Meine Meinung:

Jenn Bennets Bücher sind für mich einfach wie gemacht für die kuschelige Herbstzeit! Schon im letzten Jahr habe ich um diese Zeit Die Anatomie der Nacht, einen weiteren Jugendroman von ihr, gelesen und diesen sehr genossen. Deswegen war ich auch sehr froh zu erfahren, dass ihre Bücher trotz dem Ende des Königskinder Verlags weiter ins Deutsche übersetzt und mit wunderhübschen Covern versehen werden. Dieses hier ist wirklich ein Augenschmaus und fängt die gemütliche Wohlfühlstimmung des Buches ein. Im Buch geht es dann auch mit der schönen Aufmachung weiter. Die Geschichte ist in drei Teile geteilt und insgesamt mit vier hübschen Karten ausgeschmückt worden. Diese Idee fand ich total klasse! 

Ich beginne gleich mal mit dem Punkt, der mir an der Geschichte am besten gefallen hat: die interessanten Familienverhältnisse. Nachdem Zories Mutter gestorben ist, als sie noch sehr klein war, hat sich ihr Mann eine neue Frau genommen, die mittlerweile Zories wichtigste Bezugsperson überhaupt geworden ist, während sie mit ihrem Vater eine sehr distanzierte Beziehung führt. Viel zu oft erlebt man in Büchern das typische Böse-Stiefmutter-Klischee, deswegen empfand ich es als so erfrischend mal eine solche Dynamik zu sehen. Des Weiteren kommt es auch zu einem Konflikt, der nicht im Klappentext angedeutet wird, was ich ein bisschen schade finde, denn gerade dieser hat mich so zum Grübeln gebracht. Eines Tages fällt Zorie etwas in die Hände, das sie nicht hätte sehen soll, und sie muss sich fragen, wem denn nun wirklich ihre Loyalität gehört. Immerhin ist Blut ja bekanntlich dicker als Wasser, aber was wird aus ihrer Stiefmutter, zu der sie doch eine viel intimere und vertrauensvollere Beziehung führt, als zu jedem anderen Menschen auf dieser Welt? 
Wie schon gesagt, habe ich so eine Konstellation noch nie in einem anderen Roman gesehen und war deshalb unglaublich gespannt auf Zories innere Diskussion und Abwägung des Themas. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass mich dieses Thema noch viel mehr interessiert hat, als die Liebes- und Abenteuergeschichte in dem amerikanischen Nationalpark, die darauf folgt. Moralisch stelle ich mir einen solchen Konflikt unglaublich nervenaufreibend und schwierig zu lösen vor, weshalb ich im Endeffekt ein bisschen enttäuscht war, dass dem nur so wenige Seiten gewidmet wurden. Was passiert, ist nämlich, dass Zorie vor den Problemen zuhause flüchtet und mehrere Tage lang nur abrisshaft an diese denkt. Ich persönlich hätte dies niemals einfach so vergessen können, selbst nicht bei der größten Ablenkung, aber naja. Die Auflösung fand ich okay, aber ich hätte sehr gern einen ausführlicheren Verarbeitungsprozess gesehen, von dem man sich vielleicht selbst etwas für die Zukunft hätte mitnehmen können. 

Mit ihrem humorvollen Schreibstil konnte mich die Autorin mal wieder total catchen! Von der ersten Seite an habe ich mir immer und immer wieder Passagen markiert, die mich wirklich zum lauten Auflachen gebracht haben. Es ist köstlich, was für Worte Jenn Bennet ihren Protagonisten in den Mund legt oder in was für unangenehme Situationen sie sie führen kann. 
An sich habe ich mich diesbezüglich sehr gut unterhalten gefühlt, denn zusätzlich zu dem schönen Wald-Setting lernen wir einige spannende Charaktere kennen. Auf der einen Seite natürlich Lennon, der gleichzeitig ernst und seriös, aber auch total locker, cool oder liebevoll sein konnte und definitiv mal ein etwas anderer Love Interest war, als man ihn sonst ständig sieht. Zum anderen erleben wir durch den Roman aber auch einige Schattenseiten von anderen Nebencharakteren, die meiner Meinung nach total spannend aufgebaut waren. Hier war tatsächlich niemand nur eine Zicke oder ein Arsch, denn jedes Mal, wenn es zu einer Auseinandersetzung kam, wurde der Hintergrund der Figuren angekratzt, was sie authentisch gemacht hat. 
Gegen Ende von Zories und Lennons Reise hatte ich aber das Gefühl, dass die Handlung ziemlich ins Schlauchen gekommen ist. Irgendwie wurde es ein wenig repetitiv und zog sich immer mehr. 

Insgesamt würde ich das Buch vor allem Lesern zwischen 14 und 18 empfehlen. Es ist sehr leicht, atmosphärisch, locker und lustig, aber leider mangelte es mir persönlich an der Tiefe, zu der der Roman definitiv das Potenzial gehabt hätte. Es war gut und auch etwas Neues, aber wahrscheinlich nichts, das mir sehr lange im Kopf bleiben wird. 

 3,5 von 5 Sternen
                                                                                                

Kleopatra - Alberto Angela



Vielen Dank an den HarperCollins Verlag für dieses kostenlose Rezensionsexemplar! ♥ 


Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann ...

Preis: 24,00 € (Gebundene Ausgabe) | 15,99 € (eBook)
Seitenanzahl: 512
Erscheinungsdatum: 3. Juni 2019
Verlag: HarperCollins

Beschreibung: 
Eine Frau, die Weltgeschichte schrieb
Seit über zweitausend Jahren beschäftigt Kleopatra die Fantasie der Menschen. Wir kennen sie aus Shakespearedramen und Hollywoodfilmen genauso wie als Chiffre für Luxus und Verführung. Doch wer war diese Frau wirklich?
Alberto Angela nimmt uns mit zurück in die Zeit: Vom Mord Cäsars am 15. März 44 v. Chr. bis zur Schlacht bei Actium, aus dem Oktavian als Alleinherrscher hervorgehen wird, beschreibt er fesselnd und hautnah das Leben Kleopatras, dieser faszinierenden Frau. Königin von Ägypten, Liebhaberin der zwei mächtigsten Männer der damaligen Welt, geopolitische Kriegsstrategin. Ein Leben auf Messers Schneide zwischen Mord, Macht und Leidenschaft. Cäsar, Antonius, Oktavian – spannend wie ein Roman, erzählt Alberto Angela, wie Kleopatra die Schicksale dieser Männer miteinander verknüpfte und damit Weltgeschichte schrieb. Ihr Einsatz ist hoch, und sie selbst verliert am Ende alles. Doch ihr Mythos lebt.

Meine Meinung:

Wer kennt sie nicht? Kleopatra gilt als die wohl bekannteste Frau der Geschichte, die die Welt veränderte und das in einer Zeit, in denen Frauen nicht unbedingt Machtrollen zugeschrieben wurden. Aus diesem Grund kam ich irgendwann zu dem Entschluss, dass es dringend nötig ist, sich näher mit ihrem Wirken zu befassen. Et voila - dieses Buch kam wie gerufen! Als ich das erste Mal durch das Inhaltsverzeichnis geblättert habe, war ich total erstaunt. Erstmal ist die Fülle dieses Buches der Wahnsinn und zweitens hat es mir sehr gefallen, wie die Lebensabschnitte von Kleopatra unterteilt worden sind. Ich persönlich bin weniger der Fan davon, ewiglange Kapitel ohne eine visuelle Struktur zu lesen. Gerade wenn man es mit einer Flut an Informationen zu tun hat, verliert man da schnell die Übersicht, was hier aber durch die eher häppchenweise Kapitel gut gelöst worden ist.

Als ich dann begonnen habe, in das Buch hereinzulesen, gab es eine weitere freudige Überraschung. Die Biografie ist nämlich weniger wie ein sachliches Geschichtsbuch geschrieben, sondern viel mehr wie ein Roman, in dem wir Kleopatra als Hauptfigur begleiten. In meinen Augen ist das so ein tolles stilistisches Mittel, das der Autor an dieser Stelle eingesetzt hat. So ist man viel näher am Geschehen und beginnt sich auch viel mehr mit der Handlung zu identifizieren. Kurz gesagt, es wird durch die lebensechte und spannende Inszenierung nicht langweilig!


Ich persönlich kann natürlich nicht einschätzen, ob alle Tatsachen sachgetreu wiedergegeben worden sind, aber auf mich wirkten die Quellen, aus denen die Informationen gezogen wurden, alle sehr authentisch. Insgesamt überzeugt die Romanbiografie als nicht nur in ihrer Narrative sondern auch durch ihre Fachkompetenz. Sehr empfehlenswert, auch für Leute, die sonst keine Sachbücher lesen.